Erklärung von Bern beobachtet die internationalen Wirtschaftsbeziehungen: Angolagate reloaded: Anzeige gegen UBS-Mitarbeiter und angolanische Politiker Angolanische Aktivisten und die britische NGO Corruption Watch erheben in Bern und Luanda Strafanzeige wegen eines als Schweizer „Angolagate“ bekannten Geschäfts, bei dem das afrikanische Land um über 700 Mio. Dollar beraubt wurde. Die Anzeige richtet sich unter anderem gegen drei damalige UBS-Mitarbeiter und basiert auf einem investigativen Report. Dieser belegt auch die fragwürdige Rolle des Schweizer Rohstoffriesen Glencore.

Angolagate: Angolanische BürgerInnen erstatten Anzeige bei der Bundesanwaltschaft  (17.04.13)

Angolanische Aktivisten vor der Bundesanwaltschaft in Bern(c) Annette Boutellier

Der Bericht über einen angolanisch-russischen Schulden-Deal, den die angolanische NGO Mãos Livres zusammen mit der britischen Corruption Watch am 16.4.2013 veröffentlichte, dokumentiert auf detaillierte Art und Weise die Verwicklung der Schweiz in ein als Schweizer „Angolagate“ bekanntes Geschäft. 

Worum geht es?

Ende der 90er Jahre vermittelte eine britische Glencore-Tochtergesellschaft der Genfer Rohstoffabteilung des Schweizer Bankvereins (bis 1998 Vorgänger der UBS) eine durch Erdölverkäufe garantierte Vorfinanzierung. Beim Geschäft ging es darum, dass Angola seine Schulden bei Russland durch Erdölverkäufe, die die staatliche Erdölgesellschaft Sonangol Glencore übertrug, abbezahlen sollte.

Mit neuen Beweisen zeigt der hundertseitige Bericht, wie betrügerisch der für diese Geldgeschäfte ins Leben gerufene Mechanismus war. Er wirft ein völlig neues Licht auf das Geschäft und legt dar, was mit den illegalen Geldern geschehen ist, die sich der Justiz entzogen und von der Schweiz Richtung Zypern und Luxemburg geflossen sind, bevor sie Ende der 2000er Jahre teilweise ihren Weg zurück in die Eidgenossenschaft gefunden haben.

Auf der Grundlage des vorliegenden Berichts haben angolanische BürgerInnen am 12. April 2013 bei der Bundesanwaltschaft eine Klageschrift eingereicht. Die Anzeige wegen Bestechung fremder Amtsträger, Veruntreuung, Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung richtet sich gegen die drei Abalone-Inhaber sowie die drei angolanischen Amtsträger, auf deren Schweizer Konti Gelder flossen. Sie richtet sich ebenfalls gegen die drei UBS-Angestellten, die diese Zahlungen bewilligt und überwacht hatten.

Dieses Geschäft, ein Beispiel für breit angelegte, internationale Korruption, wäre wahrscheinlich gar nie zustande gekommen, hätte die UBS die zweifelhaften Zahlungen, die von Abalones Konti aus getätigt wurden, blockiert. Nun ist es an der Bundesanwaltschaft, zu beurteilen, ob die Schweizer Grossbank mit der Bewilligung der Millionenüberweisungen auf die Konti der angolanischen Amtsträger die Aufgaben wahrgenommen hat, zu denen sie das Geldwäschereigesetz verpflichtet.

Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Report "Deception in High Places: The Corrupt Angola-Russia Debt Deal" - document, 12 MB) Report “Deception in High Places: The Corrupt Angola-Russia Debt Deal” (12 MB)
Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Klageschrift angolanischer Bürger vom 12.04.2013 - document, 1.0 MB) Klageschrift angolanischer Bürger vom 12.04.2013 (1.0 MB)
Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Q&A zu Angolagate - document, 97 KB) Q&A zu Angolagate (97 KB)
Zur Website der NGO “Corruption Watch”http://www.evb.ch/p21208.html
Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: