Nicht Islamisten, die Nato selbst könnte den tödlichsten Terroranschlag in Deutschland organisiert haben! Ein deutscher Zeuge im Luxemburger Prozess hat ausgesagt, dass sein Vater für den Münchener Anschlag unmittelbar Verantwortung trug. Gerichtlich vereidigt sagte er im Luxemburger Prozess aus, dass sein Vater, ein Bundeswehroffizier, nicht nur Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND)war, sondern darüberhinaus auch in das Gladio-Netzwerk der NATO-Geheimarmeen eingebunden gewesen sein müsse. Aus den Aussagen Kramers lässt sich schließen, dass Kramers Vater für das Attentat auf das Münchner Oktoberfest im Jahre 1980 verantwortlich gewesen war. Vor einem Gericht in Luxemburg findet derzeit nämlich – von deutschen Medien merkwürdigerweise fast unbeachtet – ein Jahrhundertprozess in Sachen “Bommeleeër-Anschläge” statt. Aufklärung muss jetzt kommen! Im Laufe der Jahre häufen sich die Indizien, dass diese Anschläge in einem möglichen Zusammenhang stehen. Alle Täter kommen aus dem Umfeld rechtsradikaler Gruppen. Mehrfach wird militärischer Sprengstoff benutzt. Die Spuren führen zu einer westeuropäischen geheimen Struktur, koordiniert von der NATO und den nationalen Geheimdiensten – ohne parlamentarische Kontrolle. Ihr Name: “Stay behind”, später auch “Gladio”. Während des Kalten Krieges unterhielten die NATO, der CIA, der britischen MI6 und andere europäische Geheimdienste paramilitärische Geheimorganisationen in ganz Westeuropa. Was aus den geheimen Strukturen wurde, ist weitgehend unbekannt. Die Wahrheit über Gladio findet sich in den Archiven – unter Verschluss. Nur deren Öffnung könnte Klarheit bringen. Aber bis heute fehlt der politische Wille zur Aufklärung.

Lupe
Kalter Krieg: Geheimarmeen in Europa sollten nach dem Einmarsch der Roten Armee nach Deutschland einen Guerillakrieg gegen die Besatzer führen. 
Gladio – Geheimarmeen in Europa
Während des Kalten Krieges unterhielten die NATO, der CIA, der britischen MI6 und andere europäische Geheimdienste paramilitärische Geheimorganisationen in ganz Westeuropa. Diese sollten im Falle einer sowjetischen Besatzung einen Gerilliakrieg führen – doch Mitglieder der Geheimorganisationen verübten anscheinend rechtsgerichtete Terrorakte.
Militärischer Sprengstoff weist die Spur
© SWR/tvschoenfilmLupe
Rechtsterroristische Wehrsportgruppe Hoffmann

Eine Serie von brutalen Bombenanschlägen erschüttert Italien von den 1960er bis in die 1980er Jahre. 1969 sterben z.B. in Mailand 16 Menschen bei einem Bombenanschlag. Im August 1980 detoniert eine versteckte Zeitbombe im Wartesaal des Bahnhof Central in Bologna. Dabei werden 85 Menschen getötet unter ihnen viele Frauen und Kinder. Im September des gleichen Jahres gibt es auch in Deutschland Bombenopfer: beim Münchner Oktoberfestattentat, dem schwersten Anschlag in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, sterben 13 Menschen und über 200 werden zum Teil schwer verletzt.

Im Laufe der Jahre häufen sich die Indizien, dass diese Anschläge in einem möglichen Zusammenhang stehen. Alle Täter kommen aus dem Umfeld rechtsradikaler Gruppen. Mehrfach wird militärischer Sprengstoff benutzt. Die Spuren führen zu einer westeuropäischen geheimen Struktur, koordiniert von der NATO und den nationalen Geheimdiensten – ohne parlamentarische Kontrolle. Ihr Name: “Stay behind”, später auch “Gladio”. Was verbirgt sich hinter “Gladio”?

Geheime Waffendepots für Guerillaoperationen
© SWR/tvschoenfilmLupe
Frühzeitig wurde die Presse mit Polizeiinternas versorgt, was eine Ermittlung möglicher weiterer Tatbeteiligter erheblich behinderte.

Im Juni 1948 hatte der amerikanische Präsident Truman ein Multi-Millionen-Programm des Nationalen Sicherheitsrates zur Finanzierung von “verdeckten Operationen” gebilligt. Geheime Waffendepots wurden angelegt, Agenten angeworben und ausgebildet. Im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westeuropa sollten sie sich von den gegnerischen Truppen überrollen lassen und in deren Rücken Sabotageakte und Guerillaoperationen durchführen, so genannte “Stay-Behind-Operationen”. Ende der 1950er Jahre war der Aufbau von Gladio abgeschlossen, doch der sowjetische Angriff blieb aus. Was aus den geheimen Strukturen wurde, ist weitgehend unbekannt.

Spuren von Gladio gibt es in Italien. Auch dort wurden solche geheime Strukturen aufgebaut, und es gibt Anzeichen dafür, dass sie seit den 60er Jahren benutzt wurden, um mit Bomben, Attentaten und Morden die amtierende Regierung an der Macht zu halten. Trotz massiver Behinderung der italienischen Justiz durch Geheimdienste und Behörden gelang es, die Existenz von Gladio nachzuweisen. 1990 räumte der damalige italienische Ministerpräsident Guilio Adreotti öffentlich ein, dass Gladio nicht nur in Italien, sondern in allen europäischen Ländern existierte. Europaweit wurde jetzt umfassende Aufklärung gefordert – geschehen ist nichts.Auch nicht in der Bundesrepublik. Obwohl es Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Gladio und dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest von 1980 gibt.

War Oktoberfestattentäter Köhler alleine?
© SWR/tvschoenfilmLupe
Viele Indizien weisen darauf hin, dass Gundolf Köhler den Anschlag in München nicht allein begangen hat.

Im Oktober 1981 zum Beispiel führte der aktenkundige Rechtsextremist und mögliche Gladio-Agent Heinz Lembke die Polizei zu mehreren Waffendepots in der Lüneburger Heide. Dort lagerten automatischen Waffen, Munition, Sprengstoff, Handgranaten und chemischen Kampfstoffe – ein Gladiolager? Lembke hatte Kontakt zur rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann, zu der auch der Oktoberfestattentäter Gundolf Köhler gehörte. Möglich also, dass der Sprengstoff für den Münchner Anschlag von Lemke stammte. Doch diese Frage spielte bei den Ermittlungen der Bundesstaatsanwaltschaft keine Rolle. Die Sie wurden eingestellt. Eine nachträgliche Aufklärung ist wenig wahrscheinlich, denn die Asservate, die dank neuer, kriminaltechnischer Methoden Hinweise geben könnten, sind mittlerweile vernichtet – ein Skandal!Haben Rechtsextremisten Gladio-Strukturen auch in Deutschland benutzt, um ihre politischen Ziele zu verfolgen? Die Frage bleibt offen. Die Wahrheit über Gladio findet sich in den Archiven – unter Verschluss. Nur deren Öffnung könnte Klarheit bringen. Aber bis heute fehlt der politische Wille zur Aufklärung.

Literatur:

Daniele Ganser: NATO- Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. Orell Füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06106-0.

http://www.3sat.de/page/?source=/ard/thementage/165450/index.html

Vom Staat gedeckter Terror?

Gladio-Geheimarmeen Im Kalten Krieg sollten sogenannte Stay-Behind-Netzwerke bei eventuellen sowjetischen Invasionen eine “Volksbefreiungsbewegung” mimen. Liefen die aus dem Ruder?

Die Gladio-Netzwerke existierten von 1950 bis in die 1990er Jahre. Auch in der BRD. Ein Prozess um die “Bommeleeär-Anschläge” in Luxemburg wirft derzeit  ein trübes Licht auf den Oktoberfestanschlag 1980 in München. Ein deutscher Zeuge im Luxemburger Prozess hat ausgesagt, dass sein Vater für den Münchener Anschlag unmittelbar Verantwortung trug.

Besonders perfide: Terror im Auftrag staatlicher Organe; Foto: Gerd Altmann via Pixelio.de

Besonders perfide: Terror im Auftrag staatlicher Organe; Foto: Gerd Altmann via Pixelio.de

Die westlichen Staaten dürften noch so manch Leiche aus Zeiten des Kalten Krieges in ihren Kellern haben. Dazu gehört auch die BRD. Denn der Westteil Deutschlands war bekanntliche bis 1990 Frontstaat. Er grenzte unmittelbar an Mitgliedsländer des Warschauer Vertrages  (CSSR und DDR). Da rieben sich sozusagen die Systeme. NATO-Länder und Staaten des Warschauer Vertrages standen sich bis an die Zähne bewaffnet gegenüber. Und beäugten sich argwöhnisch. Und ob nun tatsächlich berechtigt oder einem Verfolgungswahn erlegen: Der Westen, voran die BRD, rechneten ständig damit, dass die Russen kommen.

Gladio-Netzwerke sollten nach einer möglichen sowjetischen Invasion Sabotageakte durchführen

Wie auch immer: Für den Fall einer sowjetischen Invasion trafen westeuropäische Staaten Vorsorge. Sogenannte Stay-behind-Organisationen wurden installiert. Und zwar geschah das unter Federführung der NATO, der CIA und des britischen Geheimdienstes MI6. Die paramilitärischen geheimen Gruppen firmierten unter der Bezeichnung “Gladio” (ital., von lat. gladius „Schwert“). Gladio war zunächst nur der Namen des  italienischen Zweiges dieser Geheimarmeen. Erfolgte eine sowjetische Invastion, oder übernähmen in westeuropäischen Ländern gar per Wahl an die Macht gekommene Kommunisten (in Italien “drohte” dieser Fall), sollten die Gladio-Gruppen (deren Mitglieder waren nichts anderes als Terroristen im Auftrage des Staates) Guerillaoperationen und Sabotageakte durchführen. Gladio sollte eine “Volksbefreiungsbewegung” initieren. Betreffs Italiens erscheinen heute bestimmte Bombenattentate (auf den Bahnhof in Bologna etwa, die man dann bevorzugt linken Gruppen in die Schuhe zu schieben pflegte) vor dem Hintergrund der Existenz von “Gladio” in ganz anderem Licht.

Auch in der BRD muss es ein solches Stay-Behind-Netzwerk gegeben haben. Und wir dürfen davon ausgehen, dass Westdeutschland (auch wenn gewisse Kreise sicher ein Interesse daran hatten), dass Bonn, kaum bis kein Einfluss auf das Gladio-Netzwerk nehmen konnte. Schließlich war die BRD dazu gar nicht souverän genug dazu. Die USA, respektive der CIA, bestimmten mit hoher Wahrscheinlichkeit über das Stay-Behind-Netzwerk.

Gladio-Netzwerke agierten von 1950 bis in die 1990er Jahre

Die Staatsterrorgruppen standen von etwa 1950 bis mindestens 1990 offenbar nicht nur Gewehr bei Fuß. Die Organisation arbeitete in WesteuropaGriechenland und der Türkei (Lesen Sie dazu dazu einen Artikel der RE/Istanbul Post). Im fragwürdigen Auftrag von Geheimdienste agierten wohl gar nicht selten rechtsextrem eingestellte Gladio-Mitglieder.

In Italien kam im Jahre 1990 die “Leiche” Gladio aus dem Keller ans Licht. Die Europäische Union hat im selben Jahr das Vorgehen der beteiligten Geheimdienste verurteilt und ihre Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert die Mitgliedsstaaten für Aufklärung zu sorgen. Dass dies in genügender Weise geschehen ist, muss bezweifelt werden. Die NATO lehnte damals nach der Aufdeckung von Gladio jegliche Stellungnahme ab. In Deutschland soll ein derartiges Stay-Behind-Netzwerk angeblich um 1992 herum abgeschaltet worden sein.

Steht das Attentat auf das Münchner Oktoberfest im Jahr 1980 im Zusammenhang mit Gladio?

Längst erscheint auch das Bombenattentat auf das Münchner Oktoberfest im Jahr 1980 rückblickend in ganz anderem, düsterem, Licht. Die These vom angeblichen Einzeltäter (Gundolf Köhler kam beim Anschlag selbst ums Leben) war höchstwahrscheinlich eine Nebelkerze. Allzu rasch war der Fall damals abgeschlossen worden. Dazu gibt es eine TV-Dokumentation (hier). Darin werden einige Ungereimtheiten offenbar.

Das Oktoberfest-Attentat und Morde in anderen westeuropäischen Ländern könnten gewissermaßen auch sogenannte “nasse Sachen” gewesen sein, in die verschiedene Geheimdienste involviert gewesen sind.

Die “Bommeleeër-Anschläge” – Ein Jahrhundertprozess in Luxemburg

Hinweise darauf, dass auch das Oktoberfest-Attentat eine “nasse Sache” (wie im Geheimdienstjargon Aktionen abseits des Rechts bezeichnet werden) gewesen sein könnte, geben auch die Aussagen des Deutschen A. Kramer vor einem Gericht in Luxemburg. Dort findet derzeit nämlich – von deutschen Medien merkwürdigerweise fast unbeachtet – ein Jahrhundertprozess in Sachen “Bommeleeër-Anschläge” statt. In den 1980er Jahren wurden in Luxemburg Anschläge auf Strommasten, Schwimmbäder und Gasstationen verübt, die dabei gesprengt wurden. Die Attentate hörten schließlich plötzlich abrupt auf. Steckten Geheimdienste dahinter? Der sonst so joviale luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker äußert sich nicht in dem Fall. Er wird wissen warum.

Der deutsche Zeuge im luxemburgischen Jahrhundertprozess, Andreas Kramer, ist da redseliger. Gerichtlich vereidigt sagte er im Luxemburger Prozess aus, dass sein Vater, ein Bundeswehroffizier, nicht nur Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND)war, sondern darüberhinaus auch in das Gladio-Netzwerk der NATO-Geheimarmeen eingebunden gewesen sein müsse. Aus den Aussagen Kramers lässt sich schließen, dass Kramers Vater für das Attentat auf das Münchner Oktoberfest im Jahre 1980 verantwortlich gewesen war. Kürzlich brachte dazu 3sat-Kulturzeit einen Bericht Berliner Filmemacher (hier zu sehen via Mediathek) dazu. Andreas Kramer gab der Münchner Abendzeitung ein Interview, sowie der taz ein weiteres Interview zu dem Fall.

Die seinerzeitige offizielle Darstellung des Oktoberfestanschlages, die man längst schon anzweifeln musste, ist nach Andreas Kramer ein Märchen. Er, der einst sein Vater auf der Dienststelle besuchte, wo dieser nur ein unscheinbares Büro hatte, hält das Oktoberfest-Attentat für einen Terrorakt. Und zwar für eine gezielte und lange vorbereitete Aktion des Bundesnachrichtendienstes, für den sein Vater gearbeitet hat. Kramer in einem der Interviews: “Das geschah nicht nur mit Billigung, sondern im Auftrag höchster Militär- und Geheimdienstkreise.”

Was die “Bommeleeër-Anschläge” in Luxemburg angeht, kommen Luxemburger Journalisten sowie der Anwalt zweier wegen des Vorwurfs der Erpressung des staatlichen Stromkonzerns angeklagter Polizisten, Gaston Vogel, vor dem Hintergrund aufgelisteter Indizien zu der Annahme, dass die Täter nicht einfache Kriminelle waren. Sie nehmen an, dass eine militärische Organisation dahinter gesteckt hat.

Staatsterrorismus

Diese Fälle sind nur zwei Leichen aus den Kellern des Kalten Krieges. Wie viele mögen dort noch liegen? Unumwunden: Die demokratischen westeuropäischen Rechtsstaaten, die immer so gern und auch berechtigt auf Schweinereien in anderen nichtdemokratischen Ländern jahrzehntelang zeigten, haben selbst einen gewaltigen Klumpen Dreck am Stecken. Und den schleppen sie mit sich. Die Installation – und erst Recht: der Betrieb des Gladio-Netzwerkes (bis in der 1990er Jahre hinein!) auch hierzulande ist kein Ruhmesblatt demokratischer Rechtsstaaten. Auch dann nicht, wenn man sich damit herausreden wird, man habe ja die “Freie Welt” gegen die wohl irgendwann kommenden bösen Russen (wie man damals glaubte) verteidigen wollen. Leichen im Keller kommen hin und wieder ans Tageslicht. Und dann riecht es recht streng. Stay-Behind-Netzwerke wie Gladio sind mit einem demokratischen Rechtsstaat unvereinbar. Taten, die  von meist auch noch rechtsextremen Mitgliedern dieser Geheimarmeen – wo auch immer-  begangen haben, sind nichts anderes als Terror im Auftrag des Staates. Staatsterrorismus, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Wenn man an Gladio denkt, kommt einem irgendwann auch der mordende NSU und dann besonders das “Versagen” staatlicher, hauptsächlich geheimdienstlich arbeitender Stellen,  hinsichtlich der Aufklärung der Mordfälle in den Sinn. Denkt man beides zusammen, kann es einem ziemlich mulmig zumute werden.

Hier noch eine Dokumentation der BBC zum Thema “Gladio”.

http://www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/vom-staat-gedeckter-terror
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