Europäische Staaten nehmen bolivianischen Präsidenten in Geiselhaft, um US-Amerikaner Snowden zu fassen! Ecuador lehnt Spaniens Wunsch ab vor Überflug das Flugfzeug zu kontrollieren! Unasur beruft Dringlichkeitssitzung ein, um das Vorgehen der europäischen Staaten zu besprechen! Österreicher durchsuchen Präsidentenmaschine und überprüfen Ausweise der Minister! Portugal und Frankreich hatten Überflug verhindert und Flugzeug zur Landung gezwungen, weil sie vermuteten der Amerikaner, der das illegale Abhören der ganzen Welt durch die USA bekannt gemacht hat, sei an Bord!

Überflugrechte für Morales erteilt

«Ein völlig unbegründetes Gerücht»

Vor 16 Minuten
Boliviens Präsident Evo Morales kann nach seinem unfreiwilligen Zwischenstopp in Wien nach Hause zurückfliegen.
Boliviens Präsident Evo Morales kann nach seinem unfreiwilligen Zwischenstopp in Wien nach Hause zurückfliegen. (Bild: Reuters)
Nach einer erzwungenen Landung in Wien darf der bolivianische Präsident Morales nun offenbar weiterfliegen. Wegen des Gerüchts, der flüchtige Geheimdienstmitarbeiter Snowden befinde sich an Bord, spielte sich in Schwechat ein Agententhriller ab.
Meret Baumann, Wien

Der bolivianische Präsident Evo Morales befindet sich immer noch am Flughafen Wien Schwechat. Allerdings habe Spanien die Überflugrechte inzwischen gewährt, wie der österreichische Bundespräsident Fischer am Flughafen Schwechat sagte. Das spanische Aussenministerium bestätigte laut Agenturangaben, dass die Präsidentenmaschine auf Gran Canaria zwischenlanden dürfe.

Zur Landung gezwungen

Zuvor hatte nach Angaben des bolivianischen Verteidigungsministers Ruben Saavedra lediglich Spanien den Luftraum für die bolivianische Delegation noch nicht freigegeben und als Vorbedingung eine Inspektion der Maschine verlangt, was inakzeptabel sei. Rom, Paris und Lissabon hatten ihren Flugraum bereits Stunden nach Morales’ Landung in Wien freigegeben.

Gerüchte, wonach sich der ehemalige amerikanische Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Bord des Flugzeugs befindet, bezeichnete der bolivianische Verteidigungsminister am Mittwochvormittag vor Journalisten als «völlig unbegründet und absolut falsch». Der Verdacht hatte Frankreich und Portugal dazu veranlasst, dem Präsidentenflugzeug die Überflugrechte zu verweigern, und die Delegation zu einer Landung in Wien gezwungen.

«Freiwillige Nachschau»

Das österreichische Aussenministerium hatte noch in der Nacht mitgeteilt, dass sich Snowden nicht in Wien befinde. In den frühen Morgenstunden durchsuchten Grenzbeamte das Flugzeug. Laut dem Aussenministerium handelte es sich dabei um eine «freiwillige Nachschau», für die Morales seine Zustimmung gegeben habe. Demnach befinden sich an Bord der Maschine neben Morales sechs Kabinettsmitglieder, deren Pässe kontrolliert worden seien.

Dank für die Gastfreundschaft

Morales selbst hielt am Mittwoch vor den Medien fest, er kenne Snowden nicht und wisse nicht einmal, wie dessen Name richtig ausgesprochen werde. Einen Asylantrag würde Bolivien gemäss der Rechtsordnung prüfen, ein solcher liege aber bis anhin nicht vor. Auf Morales’ Wunsch kam es am Flughafen auch zu einem Treffen mit dem österreichischen Aussenminister Michael Spindelegger, dem Morales seinen Dank für die österreichische Gastfreundschaft aussprach.

http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/boliviens-praesident-morales-noch-immer-blockiert-1.18110026

Affäre Snowden

Boliviens Präsident Morales darf weiterfliegen

Vor 48 Minuten
Die bolivianische Präsidentenmaschine vom Typ Falcon 900 EX auf dem Vorfeld des Wiener Flughafens Schwechat.
Die bolivianische Präsidentenmaschine vom Typ Falcon 900 EX auf dem Vorfeld des Wiener Flughafens Schwechat. (Bild: Keystone / EPA)
Boliviens Präsident Evo Morales kann nach Angaben des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer nach seinem unfreiwilligen Zwischenstopp in Wien nach Hause zurückfliegen.

(apa/dpa) Alle Voraussetzungen für einen Weiterflug seien erfüllt, sagte Bundespräsident Fischer am Mittwoch am Wiener Flughafen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Morales. «Der spanische Luftraum ist offen», sagte Fischer. Die spanische Regierung habe der Maschine des bolivianischen Staatschefs Überflugrechte gewährt und einen Zwischenstopp auf Gran Canaria zum Auftanken des Flugzeugs bewilligt, teilte das Madrider Aussenministerium am Mittwoch mit.

Zuvor hatte der bolivianische Verteidigungsminister Ruben Saavedra mitgeteilt, dass Spanien den Luftraum für die Maschine des bolivianischen Präsidenten Evo Morales noch nicht freigegeben habe. Die spanische Regierung verlange als Vorbedingung eine Inspektion der Präsidentenmaschine, was inakzeptabel sei, erklärte Saavedra am Mittwochvormittag vor Journalisten auf dem Wiener Flughafen.

Spanien beschuldigt

Saavedra beschuldigte die spanische Regierung, als einziges jener Länder, die bisher den Überflug der Präsidentenmaschine blockiert hatten, an seiner Haltung auf Druck der USA festzuhalten. Der Vorwurf, der Ex-Geheimdienstler Edward Snowden befinde sich an Bord des Flugzeugs, sei ein «völlig unbegründetes Gerücht und absolut falsch», bekräftigte der bolivianische Verteidigungsminister.

Wegen des Zwischenfalls habe der gegenwärtige Vorsitzende der lateinamerikanischen Staatengruppe Unasur, der peruanische Präsident Ollanta Humala, eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Die Staatsoberhäupter mehrerer Länder, darunter Argentinien, Venezuela, Ecuador und Uruguay, hätten bereits ihre Teilnahme zugesagt.

Vorwurf der Geiselhaft

Die Tatsache, dass Morales in Wien festsitze, nannte Saavedra eine «Geiselhaft» für den bolivianischen Präsidenten. Wie die Delegation von Morales weiter mitteilte, wurde Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer am Flughafen erwartet.

Morales’ Maschine hatte in der Nacht zum Mittwoch in Österreich landen müssen, nachdem mehrere europäische Staaten dem aus Moskau kommenden Flugzeug die Überflugrechte verweigert hatten. Hintergrund war offenbar die Annahme, der von den USA gesuchte Ex-Geheimdienstler Edward Snowden sei an Bord. Vom österreichischen Aussenministerium wurde dies dementiert.

http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/boliviens-praesident-morales-noch-immer-blockiert-1.18110026

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