Morales fordert Beendigung einer Politik der Erniedrigung der Völker der Welt und fordert zur Bildung von Allianzen zur Überwindung des US-Imperialismus auf, zu denen auch die Bürger der USA gehörten! Bolivien hat bei der Uno und beim Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte Klage gegen Frankreich, Spanien, Italien und Portugal eingereicht. ‘Einige Länder Europas müssen sich vom nordamerikanischen Imperialismus befreien.’

Morales wieder in Bolivien

Der bolivianische Präsident Evo Morales wieder zuhause. Er landete gegen Mitternacht Lokalzeit auf dem Flughafen von La Paz, nachdem er wegen gesperrter Lufträume über Frankreich, Spanien, Portugal und Italien 14 Stunden lang in Wien festgesessen war.

 Vor der Französischen Botschaft in Bolivien zeigen Demonstranten ihre Entrüstung.
Ecuadorianer verbrennen europäische Flaggen aus Protest gegen die Entwürdigungen und Völkerrechtsverletzungen der europäischen Staaten!
  1. Eine Menge von Anhängern habe den Präsidenten auf dem Flugplatz begrüsst, berichtet ‘La Razón’. Den Journalisten sagte Morales bei seiner Ankunft: ‘Ich finde, das ist eine offene Provokation gegen den Kontinent, nicht nur gegen den Präsidenten.’ Der Imperialismus wolle ihn einschüchtern, aber das werde nie gelingen, sagte Morales weiter. Die Bolivianer seien ein Volk mit Souveränität und Würde.
    Dann las Morales den Europäern die Leviten: ‘Einige Länder Europas müssen sich vom nordamerikanischen Imperialismus befreien.’ Er könne nicht verstehen, dass einige Länder gehorsame Diener dieses Imperialismus seien. Man müsse Schluss machen mit einer Politik, die auf Herrschaft und Erniedrigung der Völker der Welt ziele. Dazu müssten Allianzen gebildet werden, auch mit den Völkern Nordamerikas. Das sei ein gemeinsamer Kampf der Bolivianer mit dem Volk der USA selbst.
    Tjerk Brühwiller, São Paulo

    Bolivien hat bei der Uno und beim Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte Klage gegen Frankreich, Spanien, Italien und Portugal eingereicht. Dies teilte Boliviens Vizepräsident Alvaro García am Dienstag mit. Indem die Länder der Maschine des bolivianischen Präsidenten Evo Morales das Überflugrecht verweigerten, hätten sie nicht nur gegen internationales Recht verstossen, sondern auch das Leben des Präsidenten in Gefahr gebracht, sagte García. Was passiert sei, sei unannehmbar.

    Schelte gegen Europa

    In Bolivien hat die Episode verschiedene Reaktionen ausgelöst. Regierungsmitglieder liessen ihrer Empörung freien Lauf, sprachen von einer «Entführung des Präsidenten» und verurteilen die «imperiale Arroganz». Vor den Botschaften der involvierten Länder in La Paz kam es in der Nacht auf Dienstag zu kleineren Kundgebungen. Neben der Entrüstung gibt es aber auch Stimmen, die Morales nicht in der Opferrolle sehen. Der regierungskritische bolivianische Fernsehsender EJU beispielsweise kommentierte, dass der Präsident die Situation selbst zu verschulden habe, indem er in einem Interview am russischen Fernsehen ein Asyl für Snowden nicht ausgeschlossen habe.

    Verschiedene Länder Lateinamerikas nutzten die Geschehnisse zur – bisweilen etwas scheinheiligen – Schelte gegen Europa und die USA. Venezuelas Aussenminister Elías Jaua sagte, es handle sich um ein Attentat auf einen Verbündeten und damit um eine Aggression gegen Venezuela. Der Druck aus Washington habe faschistoide Züge. Dass Venezuela zwar kräftig austeilen kann, selber aber sehr empfindlich reagiert auf Kritik von aussen, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Reaktion aus Kuba liess nicht lange auf sich warten. In einer Mitteilung des Aussenministeriums ist von einer Beleidigung Lateinamerikas die Rede. Man verfolge die Geschehnisse der letzten Wochen mit Besorgnis.

    Sitzung der Unasur

    Ecuadors Präsident Rafael Correa betonte, dass internationales Recht mit Füssen getreten worden sei. Noch in der Nacht auf Dienstag regte er eine dringende Sitzung der südamerikanischen Staatengemeinschaft Unasur an, um die Situation gemeinsam zu analysieren und mögliche Massnahmen zu ergreifen. Correa soll bereits mit dem peruanischen Präsidenten Ollanta Humala gesprochen haben, welcher der Unasur interimistisch vorsitzt. Argentinien und Uruguay stehen hinter Correas Vorschlag eines gemeinsamen Vorgehens.

    http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/entruestung-in-lateinamerika-1.18110405

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