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Theorien für Emanzipation

Wir erinnern: Am heutigen 5.Mai 1818, wurde Karl Mark geboren, Karl Marx war Philosoph, Nationalökonom, Gesellschaftstheoretiker, politischer Journalist, Förderer und Organisator der Arbeiterbewegung und der demokratischen Bewegung, Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft und demokratischer und sozialer Revolutionär. Ihm ging es um die wissenschaftliche Erforschung der Gesellschaft und der sie dominierenden Wirtschaft, um Wege zu finden, wie die Menschen alle unmenschlichen Lebensbedingungen überwinden können und die Möglichkeiten, die sie haben, für alle nutzbar zu machen. Es ging ihm um die Befreiung der Menschen, die er so verstand, dass jeder möglichst viel freie Zeit zu seiner vollen persönlichen Entwicklung in seinem Sinn hat. Dies könnten die Menschen am besten dadurch erreichen, dass sie ihre Produktion gemeinsam organisieren, um alle Möglichkeiten der Wissenschaft und des Einsatzes von Maschinen nutzen zu können. Der Kapitalismus bereite eine solche Lebensweise vor durch die Entwicklung der Kräfte der Produktivität, aber in diesem System führt diese Entwicklung zur massenweisen “Freisetzung von Arbeit” nicht für freie Zeit der Menschen, sondern in die Arbeitslosigkeit, die die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt verschärft und dadurch zu wachsender Armut und Perspektivlosigkeit von immer mehr Menschen führt. Die Profiteure des Systems, wollen es aber nicht ändern, um ihre Privilegien mit allen Mitteln zu sichern und organisieren die politische Macht zu diesem Zweck: Die Konkurrenz wird immer schärfer auf dem Arbeitsmarkt, zwischen Unternehmen und Ländern: Immer mehr Chaos, Krieg und Verelendung und die Übernutzung (und Zerstörung) der Umwelt sind die Folge! Die Frage ist ob die große Mehrheit der Menschen, die die großen Möglichkeiten der Produktion für sich und ihre Freiheit nutzen könnten, politisch so stark werden können, den Staat direkt demokratisch gleichberechtigt für all zu organisieren und die Wirtschaft nicht mehr kapitalistisch zu organisieren, sondern die Produktion selbst gemeinschaftlich zu organisieren für ihre gemeinsamen Interessen. Und das weltweit, denn Karl Marx sah im nationalen Denken nur etwas Rückständiges, er trat für weltweite Solidarität und Gleichberechtigung ein; für ihn kann die selbstbefreiung in der globalisierten Welt nur durch eine gemeinsame gobale Bewegung erreicht werden! Auch hier habe die kapitalistisch organisierte Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, denn getrieben von den kapitalitischen Wettbewerbszwängen habe die herrschende Bourgeoisie auf der Jagd nach immer mehr Profit die Welt zu einem Markt vereint und so weit voneinander entfernte Völker in einen Zusammenhang gebracht.  Das waren die Ideen von Karl Marx, was Bewegungen dann aus ihm gemacht haben und was insbesondere nichts mehr mit seiner Idee der demokratischen Befreiung zu tun hatte, kann man nicht Karl Marx anlasten! Für ihn war nicht “die Partei” oder der “Staat”, sondern die selbstständig denkenden und handelnden Individuen und ihrer freier, demokratischer Zusammenschluss die Kraft, die Zukunft schafft. Er lehnte es auch ab, Marxist zu sein, er sah in seinen Arbeiten nur eins von den theoretischen Werkzeugen, die die Menschen brauchen, um im Sinne der Aufklärung, sich aus der Unmündigkeit zu befreien und ihre Lage erkennen und verändern zu können. Welche Strategie schlug er der Emanzipationsbewegung vor? Der Zusammenschluss der Arbeiter für die Durchsetzung menschenwürdiger Lebens- und Arbeitsbedingungen ist die Basis dafür, dass sich eine emanzipative Kraft durch Zusammenschluss entwickeln kann; zuerst im Betrieb in der Branche, dann auch im ganzen Land und weltweit zur Durchsetzung von Gesetzen, die den Kräften des Marktes Grenzen setzen, um Mensch und Natur zu schützen. Die Kräfte der Gesellschaft, die für gutes Leben eintreten als Prinzip und nicht die Unterordnung aller unter das Streben nach Maximalprofit, müssen dann versuchen, die Mehrheit in den politischen Gremien des Staates zu erhalten (und die direkt demokratisch zu organisieren) und Gesetze machen, die auch die Umwandlung der Produktion selbst fördern, von einer von den Kapitaleignern organisierten Produktion in eine in Kooperation (Teamwork) von den Arbeitenden organisierte Produktion. So produzieren die Arbeiter nicht mehr das Kapital – wie heute – sondern die Ziele, die sie selbst setzen. Der Staat soll dazu mit seinen Mitteln die Unternehmen stützen und fördern, die bereits alternativ, in Selbstverwaltung arbeiten. Er sah auch, dass dazu die Spaltung der Arbeitenden überwunden werden muss, vor allem durch Nationalismus. Das fortwährende Ringen gegen Fremdenfeindlichkeit und um eine faire Außenpolitik war für ihn Grundbedingung für einen Erfolg; er forderte die Kräfte, die die Emanzipation wollen, die internationalen Beziehungen zu studieren und auch in die Geheimdiplomatie einzudringen, um einer Politik des eigenen Staates zu Lasten anderer Staaten entgegenzutreten, sie öffentlich anzuprangern und für eine Außenpolitik einzutreten, die  Gleichberechtigung verwirklicht.

Nochmal also herzlichen Glückwunsch, Karl Marx, der in seinem Leben in Deutschland von den Herrschenden Berufsverbot bekam, politisch verfolgt wurde und als Asylsuchender Schutz in einem anderen Land bekam und so seine Aktivitäten als Organisator der internationalen Arbeiterbewegung und als Analytiker fortsetzen konnten: Eine Veränderung kann nur durch wissende Menschen kommen, die komplexe Zusammenhänge verstehen und deshalb der Theorie bedürfen. Sie entfaltet ihre Kraft, wenn sie von vielen Menschen getragen und in die Tat umgesetzt wird.

Wolfgang Lieberknecht, für den Aufbau eines Netzwerkes für Emanzipation

Zur Einführung

und natürlich für das intensive Studium

Friedrich Engels

Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft

Geschrieben von Januar bis Mitte März 1880.
Erschien zuerst in französischer Sprache in der Zeitschrift “La Revue socialiste” Nr. 3, 4 und 5 vom 20. März, 20 April und 5. Mai 1880 und im gleichen Jahr als Broschüre unter dem Titel “Socialisme utopique et socialisme scientifique”.
Die erste Ausgabe in deutsche Sprache erschien 1882 in Hottingen-Zürich.
Nach der vierten, vervollständigten Ausgabe, Berlin 1891.


Karl Marx – Vorbemerkung zur französischen Ausgabe
Friedrich Engels – Vorwort zur ersten Auflage [in deutscher Sprache (1882)]
Friedrich Engels – Vorwort zur vierten Auflage [in deutscher Sprache (1891)]
Friedrich Engels – Einleitung zur englischen Ausgabe (1892)

I
II
III

http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_177.htm

alle:

http://www.mlwerke.de/me/default.htm

Karl Marx/Friedrich Engels

Manifest der Kommunistischen Partei

Geschrieben im Dezember 1847/Januar 1848.
Gedruckt und als Einzelbroschüre im Februar/März 1848 in London erschienen. Der vorliegenden Ausgabe liegt der Text der letzten von Friedrich Engels besorgten deutschen Ausgabe von 1890 zugrunde.

Inhalt:

Vorwort (deutsche Ausgabe 1872)
Vorrede (englische Ausgabe 1888)
Vorwort (deutsche Ausgabe 1890)
Vorwort (polnische Ausgabe 1892)
Vorwort (italienische Ausgabe 1893)

  1. Bourgeois und Proletarier
  2. Proletarier und Kommunisten
  3. Sozialistische und kommunistische Literatur
    1. Der reaktionäre Sozialismus
      1. Der feudale Sozialismus
      2. Kleinbürgerlicher Sozialismus
      3. Der deutsche oder “wahre” Sozialismus
    2. Der konservative oder Bourgeoissozialismus
    3. Der kritisch-utopistische Sozialismus und Kommunismus
  4. Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien

http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm

Thesen über Feuerbach

Dies ist die 1888 von Engels als Anhang zu “Ludwig Feuerbach und der Ausgang der deutschen Philosophie” publizierte Fassung
Hier findet sich der Text, wie er 1845 von Marx niedergeschrieben wurde


1

Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus – den Feuerbachschen mit eingerechnet – ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv. Daher geschah es, daß die tätige Seite, im Gegensatz zum Materialismus, vom Idealismus entwickelt wurde – aber nur abstrakt, da der Idealismus natürlich die wirkliche, sinnliche Tätigkeit als solche nicht kennt. Feuerbach will sinnliche, von den Gedankenobjekten wirklich unterschiedene Objekte; aber er faßt die menschliche Tätigkeit selbst nicht als gegenständliche Tätigkeit. Er betrachtet daher im “Wesen des Christenthums” nur das theoretische Verhalten als das echt menschliche, während die Praxis nur in ihrer schmutzig-jüdischen Erscheinungsform gefaßt und fixiert wird. Er begreift daher nicht die Bedeutung der “revolutionären”, der praktisch-kritischen Tätigkeit.

2

Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit eines Denkens, das sich von der Praxis isoliert, ist eine rein scholastische Frage.

3

Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie kommt daher mit Notwendigkeit dahin, die Gesellschaft in zwei Teile zu sondern, von denen der eine über der Gesellschaft erhaben ist. (Z. B. bei Robert Owen.)

Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.

4

Feuerbach geht aus von dem Faktum der religiösen Selbstentfremdung, der Verdopplung der Welt in eine religiöse, vorgestellte und eine wirkliche Welt. Seine Arbeit besteht darin, die religiöse Welt in ihre weltliche Grundlage aufzulösen. Er übersieht, daß nach Vollbringung dieser Arbeit die Hauptsache noch zu tun bleibt. Die Tatsache nämlich, daß die weltliche Grundlage sich von sich selbst abhebt und sich, ein selbständiges Reich, in den Wolken fixiert, ist eben nur aus der Selbstzerrissenheit und dem Sich-selbst-widersprechen dieser weltlichen Grundlage zu erklären. Diese selbst muß also erstens in ihrem Widerspruch verstanden und sodann durch Beseitigung des Widerspruchs praktisch revolutioniert werden. Also z. B., nachdem die irdische Familie als das Geheimnis der heiligen Familie entdeckt ist, muß nun erstere selbst theoretisch kritisiert und praktisch umgewälzt werden.

5

Feuerbach, mit dem abstrakten Denken nicht zufrieden, appelliert an die sinnliche Anschauung; aber er faßt die Sinnlichkeit nicht als praktische menschlich-sinnliche Tätigkeit.

6

Feuerbach löst das religiöse Wesen in das menschliche Wesen auf. Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Feuerbach, der auf die Kritik dieses wirklichen Wesens nicht eingeht, ist daher gezwungen:

1. von dem geschichtlichen Verlauf zu abstrahieren und das religiöse Gemüt für sich zu fixieren und ein abstrakt – isoliert – menschliches Individuum vorauszusetzen;

2. kann bei ihm daher das menschliche Wesen nur als “Gattung”, als innere, stumme, die vielen Individuen bloß natürlich verbindende Allgemeinheit gefaßt werden.

7

Feuerbach sieht daher nicht, daß das “religiöse Gemüt” selbst ein gesellschaftliches Produkt ist und daß das abstrakte Individuum, das er analysiert, in Wirklichkeit einer bestimmten Gesellschaftsform angehört.

8

Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis.

9

Das Höchste, wozu der anschauende Materialismus es bringt, d. h. der Materialismus, der die Sinnlichkeit nicht als praktische Tätigkeit begreift, ist die Anschauung der einzelnen Individuen in der “bürgerlichen Gesellschaft”.

10

Der Standpunkt des alten Materialismus ist die “bürgerliche” Gesellschaft; der Standpunkt des neuen die menschliche Gesellschaft, oder die vergesellschaftete Menschheit.

11

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.

http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_533.htm

Karl Marx/Friedrich Engels

Dokumente der Internationalen Arbeiterassoziation 1865


März 1865


Karl Marx Ursprünglicher Resolutionsentwurf über den Konflikt in der Pariser Sektion
Karl Marx Resolutionen des Zentralrats über den Konflikt in der Pariser Sektion

Mai 1865


Karl Marx Adresse der Internationalen Arbeiterassoziation an Präsident Johnson
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1867


Karl Marx Das Kapital. Band I In gepackter Form runterladen
Friedrich Engels Rezensionen des Ersten Bandes »Das Kapital«
Karl Marx Dokumente der Internationalen Arbeiterassoziation
Karl Marx/Friedrich Engels Artikel, Korrespondenzen und Reden
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1868


Friedrich Engels Konspekt über »Das Kapital« von Karl Marx
Friedrich Engels Rezensionen des Ersten Bandes »Das Kapital«
Karl Marx Dokumente der Internationalen Arbeiterassoziation
Karl Marx/Friedrich Engels Artikel und Korrespondenzen

http://www.mlwerke.de/me/default.htm

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